Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

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s0nic
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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von s0nic » Sa 27. Mär 2021, 22:04

senifan hat geschrieben:
Sa 27. Mär 2021, 16:16
Was für ein DAC ist das? Klingt doch interessant ;-)
Ein über 10 Jahre alter Nuforce Icon HDP, die kleine Zauberkiste hängt sonst am PC für nebenbei. Keine Ahnung, was darin werkelt ->
https://www.optoma.com/hk-nuforce/product/icon-hdp/
Hab das Ding aus einer Laune heraus einfach mal am 007/727 ausprobiert und gestaunt. Jetzt soll ein DAC her, der klanglich in die gleiche Richtung geht.

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kds315
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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von kds315 » Sa 27. Mär 2021, 22:07

Robodoc hat geschrieben:
Sa 27. Mär 2021, 17:59
kds315 hat geschrieben:
Sa 27. Mär 2021, 16:17
... Reduktion auf das beste das ich hier habe, der Rest der sicher auch nicht schlecht ist darf gehen und andere erfreuen! :)
Genau so. Klingt aber einfacher als es ist. Der Rest hat meistens irgendein Alleinstellungsmerkmal, von dem man denkt, dass man das hierund da mal bräuchte. Egal ob Optik, Klang, Bedienung, Funktionen, Fernbedienung ... irgendwas ist es immer.

Interessant ist, dass man, wenn man über den Schatten springt, es anbietet und es dann weg ist, dass man dann eigentlich nicht wirklich was vermisst.
Scheiss Audiopsychologie :mad:
Hmm, klingst wie ich Hans. Genau das, und darum ist das ja alles (noch) hier! Aber wenn es weg ist, isses wech, und dann kommt das Aufatmen!
Trotzdem höre ich mir den SIRIUS V9 am Montag an, der ist halt schon unterwegs. Und nein, das mit dem Soul werde ich nicht machen, das wäre mir etwas zu bourgeois den nur als PRE zu mis- ähh gebrauchen , der NEUTRON muss reichen dafür ... ;)

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cucera
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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von cucera » Sa 27. Mär 2021, 23:00

senifan hat geschrieben:
Sa 27. Mär 2021, 13:02


2. Hier ist ein link zur Antwort von SPL auf das Messdesaster vom Phonitor, die auch mal wieder zeigt wie weit die Meinungen von Profitechnikern und den Messfetischisten auseinander liegen. Es gibt da auch ein paar interessante Kommentare zum Thema Verstärkerdesign.
https://www.audiosciencereview.com/foru ... ost-705322
Also die Reaktion von SPL auf die Kritik war leider technisch und argumentatorisch schwach. Jan Meier hatte das vor einiger Zeit viel besser gemacht. Er wurde noch mehr zerrissen, hatte schlechtere Messwerte konnte aber begründen warum er sich für das Design entschieden hatte und unter welchen Umständen sein Design besonders gut funktioniert und wann weniger. All das fehlt in SPLs Antwort.

Ich teile die Meinung von audiosciencereview oft nicht und finde deren Konzentration auf SINAD als Hauptbewerungspunkt für die Qualität von Audioprodukten für nicht haltbar aber sie bewirken etwas in der Industrie. Schiit hat danach zB technisch saubere Geräte geliefert. Wenn dadurch einige der schlimmsten Patzer weniger werden ist uns allen geholfen.

Und das Argument es klingt doch sooooo toll ist Schall und Rauch. Ich beobachte oft das solche Geräte zunächst in den Himmel gelobt und dann schnell weiterverkauft werden wogegen technisch solide wie die von RME, Fried Reim, Jan Maier, Thomas Funk, Birgir Gunnarson (Spritzer oder Mjölnir) recht selten (natürlich im Vergleich zu Verkaufszahlen) auf dem Gebrauchtmarkt zu finden und auch recht wertstabil sind.
Gruß Dan
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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von Robodoc » Sa 27. Mär 2021, 23:20

kds315 hat geschrieben:
Sa 27. Mär 2021, 22:07
... das wäre mir etwas zu bourgeois den nur als PRE zu mis- ähh gebrauchen , der NEUTRON muss reichen dafür ... ;)
Nur als Pre wäre der Soul echt zu schade. Man kann aber z.B. auch einen Clear anstöpseln :bä:
Oder was anderes ohne Stax im Vornamen.

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von kds315 » Sa 27. Mär 2021, 23:49

Robodoc hat geschrieben:
Sa 27. Mär 2021, 23:20
kds315 hat geschrieben:
Sa 27. Mär 2021, 22:07
... das wäre mir etwas zu bourgeois den nur als PRE zu mis- ähh gebrauchen , der NEUTRON muss reichen dafür ... ;)
Nur als Pre wäre der Soul echt zu schade. Man kann aber z.B. auch einen Clear anstöpseln :bä:
Oder was anderes ohne Stax im Vornamen.
Ja klar, das weiss ich doch, bin nur nicht nicht so gut bestückt wie du mit dyn/magnetoplanaren etc., so fällt das bei mir wech (na ja einen Audio Technika und einen HE 400i hätte ich schon...)

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von Robodoc » So 28. Mär 2021, 11:11

Wäre ich du, würde ich einiges des Stax Zeugs (und vlt. auch den AT und den Hifiman) tauschen gegen einen Clear (oder Clear MG, keine Ahnung) und einen guten DAP. Alleine schon wegen der Möglichkeiten, das Ding mobil zu betreiben.
Wenn ich ehrlich Bilanz ziehe, höre ich mindestens die Hälfte meiner Musik vom DAP aus, Tendenz steigend, jetzt wo der Frühling kommt. Mein Clear läuft sogar an dem einfachen M11 symmetrisch auf 99% seiner Möglichkeiten.

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von kds315 » So 28. Mär 2021, 12:01

Robodoc hat geschrieben:
So 28. Mär 2021, 11:11
Wäre ich du, würde ich einiges des Stax Zeugs (und vlt. auch den AT und den Hifiman) tauschen gegen einen Clear (oder Clear MG, keine Ahnung) und einen guten DAP. Alleine schon wegen der Möglichkeiten, das Ding mobil zu betreiben.
Wenn ich ehrlich Bilanz ziehe, höre ich mindestens die Hälfte meiner Musik vom DAP aus, Tendenz steigend, jetzt wo der Frühling kommt. Mein Clear läuft sogar an dem einfachen M11 symmetrisch auf 99% seiner Möglichkeiten.
DAP hatte ich ausprobiert, war nicht wirklich überzeugt, höre halt am liebsten mit Stax, aber der D10 ist hat nur ein DAC+Amp, da muss man noch mit einem Zuspieler rumfummeln, ist nicht meins. Ich habe einen ONKYO DAC+Amp rumliegen, der sieht keine Nutzung deswegen. Rumlaufen damit tue ich nicht, wäre nur was für am PC arbeiten, da reicht auch eine kleine Lösung und die habe ich. Zum nur so Musik hören reicht das iphone + meine Nuraloops.

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von senifan » So 28. Mär 2021, 19:14

j!more hat geschrieben:
Sa 27. Mär 2021, 18:23

p.s.: Wer ist David Mahler, und impliziert seine Aussage, dass Röhren Amps noch "besser" sind?
https://www.head-fi.org/threads/battle- ... ed.634201/

David Mahler ist, zusammen mit Inner Fidelity, einer der Pioniere des Kopfhörervergleichs im Internet.
Ich habe nicht geschrieben, dass der Röhrenamps noch besser findet. Ich habe geschrieben das er Röhrenamps und Transistoramps getrennt betrachet.
Von daher irritiert mich deine Frage danach.

j!more hat geschrieben:
Sa 27. Mär 2021, 18:23
THD+N residual typical -108 to -110dB sind nicht so gut für einen Audio Analyzer. Wenn die das Teil zum Messen hergenommen haben, wundert mich nicht, dass der DAC sich nicht so toll misst.

Der Phonitor 2 ist halt weit weg vom Stand der Technik. Macht ja nichts, wenn man das so mag. Es gibt ja auch Leute, die Röhren lieben. :D
Ich bezweifele allerdings, das es viele Leute gibt, die das in Hörtests belegen können. Du kannst gerne mit gutem Beispiel voran gehen und mir mit einem Blindtest beweisen, welche Messwerte man so zweifelsfrei heraushören kann.
Der Stand der Technik sollte schließlich auch entsprechend gewürdigt werden.

:coffee:

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von senifan » So 28. Mär 2021, 19:25

cucera hat geschrieben:
Sa 27. Mär 2021, 23:00


Also die Reaktion von SPL auf die Kritik war leider technisch und argumentatorisch schwach. ...

Und das Argument es klingt doch sooooo toll ist Schall und Rauch.
Genau deswegen habe ich das Beispiel gepostet. Meiner Meinung nach ist das Argument "Klang" das A und O. Das wichtigste ist schliesslich, das es gut klingt.

Das Argument Messwerte ist Schall und Rauch. Messwerte werden erst relevant, wenn sie eine Bedeutung bekommen.

Du hast das Thema ja "Philosophie und Technik" benannt, also was macht ein deiner Meinung nach solides Gerät aus? Warum sind Messwerte wichtig?

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von j!more » So 28. Mär 2021, 21:25

senifan hat geschrieben:
So 28. Mär 2021, 19:14
Ich habe geschrieben das er Röhrenamps und Transistoramps getrennt betrachet. Von daher irritiert mich deine Frage danach.
Das hast Du wahrscheinlich sagen wollen. Geschrieben aber hast Du, dass dieser Herr den Phonitor für den besten Nicht-Röhren-Amp hält, und da drängt sich die Frage halt auf, ob er Röhren-Amps für noch besser hält. Irritieren wollte ich Dich damit nicht.

Was die Messwerte angeht, bin ich nur kritisch, wenn ein Hersteller an sich selbst höchste Ansprüche stellt und sich das entsprechend bezahlen lässt. Da erwarte ich dann schon, dass so eine Kiste Massenware aus China deutlich übertrifft, und das ist halt bei SPL nicht der Fall. Dafür kann man sich an hervorragender Haptik und einer schönen Geschichte erfreuen, und das ist ja auch was.

Mir sind Hersteller wie RME lieber, die nicht so viel Wind machen sondern einfach liefern. Und das nicht nur bei der Erstauslieferung, sondern durch entsprechende Softwareupdates über die gesamte Lebensdauer des Geräts immer wieder. Gerade kam ein Update, der die bereits sensationell gute Jitter-Unterdrückung der ADI-2-Reihe nochmals dramatisch verbessert hat. Auch das kann man übrigens messen.

Wenn sich ein Verstärker oder DAC klanglich bemerkbar macht, ist er schlecht konstruiert oder auf einen bestimmten Klang hin gezüchtet und damit nicht universell einsetzbar. Weil er eigentlich ja neutral die Quelle an den Schallwandler weiter geben soll. Nichts hinzufügen, nichts weglassen.

Da gehen die Meinungen aber auseinander, und das ist ja auch ok so.

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von cucera » Mo 29. Mär 2021, 07:17

j!more hat geschrieben:
So 28. Mär 2021, 21:25
[
Wenn sich ein Verstärker oder DAC klanglich bemerkbar macht, ist er schlecht konstruiert oder auf einen bestimmten Klang hin gezüchtet und damit nicht universell einsetzbar.
Das ist ein wichtiger Gedanke. Manche gesoundeten Verstärker klingen mit einem Schallwandler göttlich passen aber nicht zu anderen. Da fällt mir zum Beispiel der Röhrenamp von EternalArts ein. Mit dem HD800 wunderbare Synergie weil er dessen Schärfe im Hochton mildert. Man hat dann aber ein 3000€ Gerät das nur mit einem KH funktioniert. Wenn man so etwas sucht 👍 trotz mäßiger Technik. Meine Stax Amps können ja auch keine anderen KH antreiben😅

Aber das meinte ich mit klingt gut ist Schall und Rauch. Jedes gesoundete Gerät wird mit irgendeinem anderen gesoundetem zumindest bei gewisser Musik top klingen, weil es gegenseitige Schwächen ausgleicht.
Gruß Dan
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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von j!more » Mo 29. Mär 2021, 09:25

cucera hat geschrieben:
Mo 29. Mär 2021, 07:17
Jedes gesoundete Gerät wird mit irgendeinem anderen gesoundetem zumindest bei gewisser Musik top klingen, weil es gegenseitige Schwächen ausgleicht.
In der "Kette" wird das dann zur Lebensaufgabe, weil jede Veränderung auf der Komponentenebene den Tausch weiterer Komponenten erzwingt. War zu analogen Zeiten natürlich noch schlimmer, weil mehr Variable. (Tonabnehmer/Arm/Plattenspieler/Kabel/Preamp, bis das Signal überhaupt erst mal so aufbereitet war, dass derVerstärker etwas anfangen konnte damit. Plus die Aufstellung des Plattenspielers wegen der Wechselwirkung Tonabnehmer/Lautsprecher.)

Die trivialste Wechselwirkung zwischen KHV und Kopfhörer ist die Impedanz. Das ist http://archimago.blogspot.com/2021/03/m ... dance.html sehr anschaulich dargestellt und messtechnisch belegt. Das ist ein Weg, den Sennheiser und Beyerdynamik bei Ihren KHV gehen mit dem Ergebnis, dass diese Verstärker nur in genau einer Konstelllation gut funktionieren.

(Die gute Nachricht: Eine zu hohe Ausgangsimpedanz kann man dem SPL nicht vorwerfen.)

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von Robodoc » Mo 29. Mär 2021, 10:23

j!more hat geschrieben:
Mo 29. Mär 2021, 09:25
War zu analogen Zeiten natürlich noch schlimmer, weil mehr Variable. (Tonabnehmer/Arm/Plattenspieler/Kabel/Preamp, bis das Signal überhaupt erst mal so aufbereitet war, dass derVerstärker etwas anfangen konnte damit. Plus die Aufstellung des Plattenspielers wegen der Wechselwirkung Tonabnehmer/Lautsprecher.)
Hört sich an wie ein Nachteil. Klar ist es einfacher, digitale Quellen zuzuspielen.

Aber das Ergebnis ist mit der analogen Kette erstens besser und zweitens nachvollziehbar in jedem Schritt der Entstehung.
Daher mache ich das heute noch so, einziger Unterschied: Wenn eine Vinyl wirklich mint oder near mint ist, ordentlich sauber und die Kette grad in einer guten Verfassung, dann nehme ich das über einen ADC auf und habe es dann digital (zum beliebig oft wiederholen) und kann es ein bisschen remastern, Clicks entfernen etc.

Btw ... hier wird immer wieder gesagt, es gäbe keine wahrnehmbaren Unterschiede der DAC Wandlung. Das ist definitiv nicht so. Wenn man nur digitale Quellen hört, hat man nur (leider) keine Referenz und dann hat man den Eindruck ... alles gleich.
Wenn ich aber meine digitalen Konserven meiner Vinyls mit dem analogen Signal vergleiche, höre ich Unterschiede beim Umschalten A-B. Wirklich transparent sind da nur wenige DACs, z.B. mein Wolfson. Hat man keine Referenz, kann es sein, dass ein nicht transparenter DAC in der individuellen Wahrnehmung sogar besser klingt als der "richtige".

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von senifan » Mo 29. Mär 2021, 10:43

Robodoc hat geschrieben:
Mo 29. Mär 2021, 10:23

Wenn ich aber meine digitalen Konserven meiner Vinyls mit dem analogen Signal vergleiche, höre ich Unterschiede beim Umschalten A-B. Wirklich transparent sind da nur wenige DACs, z.B. mein Wolfson. Hat man keine Referenz, kann es sein, dass ein nicht transparenter DAC in der individuellen Wahrnehmung sogar besser klingt als der "richtige".
Hast du das mal mit dem RME ADI 2 DAC versucht? Ein DAC Vergleich zwischen Soul und Rme würde mich mal interessieren.

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von j!more » Mo 29. Mär 2021, 11:33

Robodoc hat geschrieben:
Mo 29. Mär 2021, 10:23
Aber das Ergebnis ist mit der analogen Kette erstens besser und zweitens nachvollziehbar in jedem Schritt der Entstehung.

Daher mache ich das heute noch so, einziger Unterschied: Wenn eine Vinyl wirklich mint oder near mint ist, ordentlich sauber und die Kette grad in einer guten Verfassung, dann nehme ich das über einen ADC auf und habe es dann digital (zum beliebig oft wiederholen) und kann es ein bisschen remastern, Clicks entfernen etc.
Es ist anders, das Ergebnis. Nachvollziehbar jedes einzelne Mal.

Man kann aus der Not natürlich eine Tugend machen: Das tun die Highender ja. Analoge Wiedergabe ist imho nicht reproduzierbar, weil erstens extrem viel Mechanik im Spiel ist und zweitens jeder Abspielvorgang den Tonträger verändert. Der sich bei jedem Abspielvorgang ohnehin in einem anderen Zustand befindet.

Das alles hat man im Digitalen nicht. Der eine oder andere vermisst das eben.

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von Robodoc » Mo 29. Mär 2021, 17:26

j!more hat geschrieben:
Mo 29. Mär 2021, 11:33
... und zweitens jeder Abspielvorgang den Tonträger verändert. Der sich bei jedem Abspielvorgang ohnehin in einem anderen Zustand befindet.
Du weißt schon, was ich mit "mint" gemeint habe oben?

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von Daiyama » Mo 29. Mär 2021, 17:30

Du meinst damit, bei Dir werden nur frische Platten digitalisiert?
Macht wahrscheinlich Sinn, weil man sonst durchaus viel mit Knackser beseitigen beschäftigt ist.
Kurze Frage dazu: Macht man das komplett manuell oder gibt es da inzwischen mehr oder weniger "intelligente" Software dafür?

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von Robodoc » Mo 29. Mär 2021, 17:52

Daiyama hat geschrieben:
Mo 29. Mär 2021, 17:30
Du meinst damit, bei Dir werden nur frische Platten digitalisiert?
Naja ich versuche das, zumindest bei Neukäufen. Unter "near mint" wird es extrem aufwendig.
Lohnt sich nur selten. Dann besser weg damit und mint besorgen.
Daiyama hat geschrieben:
Mo 29. Mär 2021, 17:30
Macht man das komplett manuell oder gibt es da inzwischen mehr oder weniger "intelligente" Software dafür?
Manuell, mit Unterstützung des Programms. Man kann die bösen Stellen im Signalverlauf gut erkennen, das kann auch ein Automat recht zuverlässig. Allerdings geht der oft nicht richtig, behutsam etc. damit um. Daher ist das Handarbeit im Studio.

Ich habe auch schon mal vollautomatisch entklickt ...
hörte sich komisch an und bei genauerem Hinhören fehlten im Ergebnis die High Hats :D

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von j!more » Di 30. Mär 2021, 10:33

Robodoc hat geschrieben:
Mo 29. Mär 2021, 17:26
Du weißt schon, was ich mit "mint" gemeint habe oben?
Ja. Mir ging es auch mehr um die grundsätzliche Problematik. Selbst "mint" bedeutet ja nur besten Erhaltungsgrad, nicht beste Qualität. Und selbst innerhalb einer Pressung ist nicht eine Platte wie die andere. Analogtechnik eben.

Mit was digitalisierst Du denn, und welche Tools nutzt Du zur Korrektur?

Ich habe bisher ein Tascam US22 verwendet und mit VinyStudio aufgenommen und entzerrt. Weitere Bearbeitung dann mit izotope RX6.

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von Robodoc » Di 30. Mär 2021, 13:14

j!more hat geschrieben:
Di 30. Mär 2021, 10:33
Ja. Mir ging es auch mehr um die grundsätzliche Problematik. Selbst "mint" bedeutet ja nur besten Erhaltungsgrad, nicht beste Qualität. Und selbst innerhalb einer Pressung ist nicht eine Platte wie die andere. Analogtechnik eben.
Ja das stimmt schon. Aber wenn es passt kann es richtig gut werden. Es ist oft auch eine elende Suche nach dem Optimum.
Ich kenne natürlich auch digitale Aufnahmen, die sind so gut gemastert, dass sich der Aufwand des Aufnehmens und Nachbearbeitens nicht lohnt.
Aber es ist eben auch oft so, dass die Vinyl einfach das bessere Master bekommt.
j!more hat geschrieben:
Di 30. Mär 2021, 10:33
Mit was digitalisierst Du denn, und welche Tools nutzt Du zur Korrektur?
Im Moment mach ich das gar nicht. Mein Dreher ist abgebaut, mein Musikzimmer eine Baustelle.
ADC: RME Fireface UC
Softwarenachbearbeitung: Click Repair und iZotope RX

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von kds315 » Sa 3. Apr 2021, 15:50

Mal ne ev. blöde Frage: Messtechnisch lässt sich die Übetragungsfunktion eines Verstärkers ja gut und (einigermassen) einfach messen (wenn man nicht den Fehler macht zB einen STAX Verstärker mit einer rein ohmschen Last abzuschliessen...wie in einem bekannten Forum geschehen), aber wie misst man denn z.B. die wahrnehmbare Bühnenbreite und Tiefenstaffelung der Instrumente?

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von cucera » Sa 3. Apr 2021, 17:26

Da wird es kompliziert besonders bei Estatenverstärkern.

Ein Wenig ganzzahliger Klirr kann das z.B. bewirken. Das ist einer der Geheimnisse wie Röhren Amps wirken. Das ist einer der Parameter mit dem Carver im Lesenswerten Artikel des Eingangspost gespielt hat.

Der Nächste Punkt bei Stax amps ist die slew rate. Und was noch wichtig werden kann ist die Stabilität des Netzteils.

Aber die Messwerte direkt in Raumdarstellung zu übersetzten können wohl nur wenige. Trotzdem scheinen Größen wie Nelson Pass oder der kürzlich verstorbene Tim de Paravicini in der Lage zu sein den Klang aus Messwerten oder dem Schaltplan borherzusagen.
Gruß Dan
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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von Dayolaf » Sa 3. Apr 2021, 18:05

Wird wohl nur mit den Ohren messbar sein schätze ich.
Bei einem Equalizer von Behringer war das glaube ich als ich einen neulich gesucht habe konntest das Künstlich dazu einstellen.
Ich habe ernsthaft darüber nachgedacht und dachte es ist mehr eine Spielerrei am Ende. Aber die Neugier wäre immer noch da auch wenn ich mich für einen anderen entschieden habe.

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von kds315 » Do 15. Apr 2021, 10:04

Nun etwas zum Thema Ernüchterung bei EQing von KHn: Ich habe ja jetzt NEUTRON so eingestellt dass ich die Oratoty1990 presets für paar Staxe geladen habe (zunächst L700 + Lambda Pro) und habe gestern mal parallel direkt über den Streamer via USB und die gleichen FLAC files per NEUTRON eingespeist in meinen RME ADI-2, einmal optisch, einmal coaxial (damit ich umschalten kann) und Vergleichshören gemacht.

Lange Rede kurzer Sinn: die komplett EQten KH klingen dann so gut wie gleich (ohne EQ sehr sehr unterschiedlich) weil ja beide an ein Hörnormal angeglichen wurden.

1) sie klingen beide für mich recht dunkel und langweilig, gerade weil die präsenten Mitten glattgebügelt wurden - 1te Überraschung
2) um das wieder aúszugleichen kann man natürlich dem wieder etwas nachhelfen (den Hörer "sounden" sozusagen), aber dann lande ich ungefähr wieder da wo ich vorher ohne EQ war - das war meine 2te Überraschung.
3) Macht der Aufwand dann eigentlich so viel Sinn??

Was meint ihr dazu....?
Zuletzt geändert von kds315 am Do 15. Apr 2021, 11:45, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von Hüb‘ » Do 15. Apr 2021, 10:59

Hallo Klaus,
Was meint ihr dazu....?
der Frequenzgang ist halt doch sehr wesentlich für die Klangwahrnehmung.
Ableiten daraus kann man vermutlich nur, dass, wenn man derartige EQ-Eingriffe vornehmen kann, man dann auch den günstigeren KH wählen kann. Das Sounding erfolgt dann nach eigenem Gusto und Geschmack.

Viele Grüße
Frank
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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von RunWithOne » Do 15. Apr 2021, 11:40

Ich meine das es, ohne großartig getestet zu haben, so funktioniert. Ein paar Variablen bleiben trotzdem noch, wie Resonanzen, Mebranmateral oder Konstruktion des Schallwandlers.

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von Daiyama » Do 15. Apr 2021, 12:15

kds315 hat geschrieben:
Do 15. Apr 2021, 10:04
....

Was meint ihr dazu....?
1. Die Oratory Zielkurve scheint nicht Deine zu sein oder Du musst ihr mehr Zeit geben, weil Du sehr an den Stax Haussound gewöhnt bist.
2. Die Erkenntnis, gleicher FG bei so ähnlichen Treibersystemen führt zu gleichem Klang, finde ich jetzt nicht so verwunderlich.

Spannend wird es bei sehr unterschiedlichen Treibersystemen, was bleibt dann noch übrig an Unterschieden? Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass man bei Hochtönern von Lautsprecherm, dass man bei gleich abgestimmte Hochtöneren nicht heraushören konnte, ob Seiden(weiche)kalotte oder Metallkalotten verwendet wurden.

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von senifan » Do 15. Apr 2021, 12:38

Dem Ohr dürfte es egal sein wo die Schallwellen herkommen, so lange der Frequenzverlauf identisch und die Verzerrungswerte gering genug sind, wird auch der Klang identisch sein. Faktoren jenseits von Frequezverlauf und Verzerrungswerten haben ggf noch einen Einfluss, das gilt dann aber für DACs, KHVs und Schallwandler im gleichen Maße. Für DACs möglicherweise sogar mehr als für alles andere da pre/postringing und Phasenverschiebungen von Filtern variieren.
Was KH betrifft braucht man praktisch nicht mehr als einen dt880 oder einen HD600 etc und etwas EQ für Hifi.

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von Daiyama » Do 15. Apr 2021, 13:37

Wäre mal spannend, wie ein exakt gleich equailisierter L700 und HD600 im Vergleich klingen.

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Re: Verstärker- und Dac-Klang Philosophie und Technik

Beitrag von Hüb‘ » Do 15. Apr 2021, 13:58

Daiyama hat geschrieben:
Do 15. Apr 2021, 13:37
Wäre mal spannend, wie ein exakt gleich equailisierter L700 und HD600 im Vergleich klingen.
Ja, mal den HD600 auf L700 "kopiert" und mal die Gegenrichtung. Das wäre wirklich sehr interessant (und möglicherweise ernüchternd :mrgreen: ).
:bier:
Klassik-Besprechungen & Hinweise|Mein Zeugs | "it's hard to find your way through the darkness/ and it's hard to know what to believe/ but if you live by your heart and value the love you find/ then you have all you need" - H. W. M.

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