[Sammelthread] Audioquest Nighthawk / Nightowl

Over Ears, On Ears und In Ears
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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von thewas » Do 27. Apr 2017, 12:10

Was wir hören vergleicht unser Gehirn stets mit dem, was wir kennen und abgespeichert haben.
Das ist auch das was ich mit Erwartungshaltung (hätte vielleicht auch Erfahrung/Einbildung ergänzen sollen) meine.
Und das alles, obwohl ich keinerlei Aufwand betrieben habe entsprechend Blauert.
Dann passen entweder durch Zufall oder andere Gründe gerade die Bänder doch einigermaßen bei manchen Geräusche, wobei man zwischen Diffusität/Räumlichkeitsgefühl und einer genauen Abbildung differenzieren sollte. Geräusche die seitlich oder sogar hinter einem platziert sind sind mehr robust bezüglich HRTF Abweichungen (das kann man sehr schön hier https://www.youtube.com/watch?v=Fh4u4IKiXHU selber testen), die leider am wenigstens robuste Abbildung ist die frontale die aber eigentlich die wichtigste für klassische Musikwiedergabe ist.
Übrigens klappt das bei meinem Freund gar nicht
Manche haben besonders stark abweichende HRTF, siehe auch oben das AES Video von Griesinger. Aber auch die Illusion des Stereohörens muss trainiert werden und wird besser mit der Zeit.
:bier:

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von MLSensai » Do 27. Apr 2017, 12:16

Schön, wie ich lese widerspricht sich das alles nicht. Also erfeue ich mich an meinen guten Voraussetzungen, so lange mir das Alter keinen Strich durch die Rechnung macht.

PS: Letzte Woche mit Grippe hat das System.übrigens auch nur im Notfallmodus funktioniert. Da war ich froh, überhaupt etwas zu hören. ;)

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von MLSensai » Do 27. Apr 2017, 12:17

... und sorry @all für...
:offtop:

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von Robodoc » Do 27. Apr 2017, 14:17

hadisch hat geschrieben: Trifft dies zu?

"Was den NightHawk ebenfalls „ein bisschen anders“ macht, ist die Lokalisation der Klangquellen und die Raumaufteilung als solche. Kopfhörer neigen konstruktionsbedingt dazu, die virtuelle Bühne eher axial aufzubauen und nicht frontal, wie es bei Lautsprechern der Fall ist. Es gibt Ausnahmen, etwa bei den höherpreisigen Ultrasone-Modellen, wo man durch eine veränderte Treiberanordnung mit recht guten Ergebnissen versucht, eine Beschallung von vorne und nicht von den Seiten zu simulieren. Ähnlich klingt das auch beim NightHawk: Im Vergleich zu vielen anderen mir bekannten Kopfhörern finde ich eine erstaunlich realistische „Bühne“ vor, die eher an die Darbietung von Lautsprechern erinnert."
Also der Nighthawk ist soeben angekommen. Gegen den Rat von Frale habe ich nicht 50 Stunden eingespielt, auch nicht 150 Stunden, wie der höchstwertige Beipackzettel des Nighthawk vorschlägt, sondern eher 50 Sekunden. Die Neugier ...

Was sofort auffällt, ist das dunkle. Der Hörer wirkt dunkler als der HD-650, hat aber einen dezenten Hochtonpeak, der mich ein bisschen an den gleichen Effekt beim Hifiman HE-5LE und HE-6 erinnert. Nur dieser Peak, der Rest im Klangbild des Hawk ist völlig anders als Hifiman. Aber die Wirkung ist die gleiche, für mich ist das dieser recht beeindruckende Bühneneffekt und ich glaube, das wird der Schreiberling mit dem Geschwurbel oben gemeint haben. Auch der Vergleich mit Lautsprechern ist für mich nachvollziehbar, auch wenn ich den Vergleich so nicht ziehen würde. Generell ist der Schreiberling anscheinend eine ziemlich Flachpfeife, wie auch Schlappen schon aufgefallen ist. Jedenfalls fühlt sich das Liquid Wood an meinem Ohr doch recht trocken an :fpalm:

Neben dem Höhenpeak finde ich einen abfallenden Frequenzgang, keinen ausgeprägten Oberbassbuckel und wirklich tiefreichenden Tiefbass. Dann leicht zurückgesetzte Mitten. Und außer dem beschriebenen Peak auch in den Höhen eher zurückhaltend. Hohe Frauenstimmen wie Silje Nergaardsind für mich allerdings gewöhnungsbedürftig, da scheinen die Oberwellen in diesem Peak zu landen. Tiefere Frauenstimmen a la Cassandra Wilson oder Nathalie Merchant werden aber genial dargestellt. Generell macht mir ein Jazztrio, das ich sonst eigentlich nur zum Testen neuer Hörer verwende, plötzlich richtig Gänsehaut. Auch super fand ich ein Deep House Set von DJ Ahmed Kilic (sehr empfehlenswert wenn man Electro Deep House mag) ... hier spielt der Hawk wirklich bis in die tiefsten Register und es groovt. Ja, die dunkle Spielweise hat was, aber es braucht etwas Adaption. Ist die passiert, kommt der Fußwippfaktor und der Hawk macht Spaß. Nur ein direkter Wechsel von einem Klassikhörer auf den Nighthawk ist schwierig, es kommt einem etwas vor wie vermummt, in Folie eingewickelt, in Brotteig gerollt und gebacken. Gut ... ich übertreibe, aber ich denke die Richtung ist klar.

Zum HD-650 Vergleich würde ich sagen, der Hawk ähnlich abgestimmt. Wem der HD-650 gefällt, der wird auch den Hawk mögen. Ob Liebe aufkommt, keine Ahnung, bin selbst noch unsicher. Der Hawk ist der bessere, modernere Hörer. Sowohl haptisch als auch von der Abstimmung her. Vielleicht sogar besser abgestimmt auf die Zielgruppe des HD-650 als der HD-650 selbst. Dazu hat der Hawk deutlich klarere und strukturierter Abbildung/Bühne, mehr Bumms auch. Aber eben auch noch weiter weg von einer linearen Darstellung als der HD-650.

So viel Blabla nach einer Stunde Hören :wacko: Und 149 Stunden fehlen ja noch ... da darf ja noch was erwartet werden nach den vollmundigen Versprechungen im Beipackzettel :mad:

Chapeau, der Hörer macht Spaß.

Schlappen

Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von Schlappen » Do 27. Apr 2017, 15:33

Na toll, jetzt habt ihrs geschafft, jetzt muss ich mir das Ding auch nochmal irgendwann anhören... :fpalm:

Herzlichen Dank auch !! :knup: ;)

btw. Hans, was meinst Du damit, der Nighthawk ist "moderner" abgestimmt und passt besser zur Zielgruppe des 650, als der 650 selbst.?

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von Robodoc » Do 27. Apr 2017, 15:58

Hört sich grad mit der DJ Ahmed Kilic Musik irgendwie nach "Club" ... so wie Samstag nacht im Kings bei Sumona. Die Bassbetonung und die Räumlichkeit in der Kombination. Das kann der HD-650 nicht. Oder nur ansatzweise.
Die beiden Hörer sind recht ähnlich, nur etwas mehr Tiefbass beim Hawk und eben dieser Höhenpeak, hab grad mal bei Tyll geschaut, so zwischen 8 und 10 kHz.
Aber ich habe grad irgendwo gelesen, dass die 150 Stunden doch wichtig seien. Mal abwarten :fpalm:

Irgendwann anhören geht übrigens bei mir in Dortmund ... weißt du doch.

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von MLSensai » Do 27. Apr 2017, 16:41

Das ist interessant, was du hinsichtlich einer nicht vorhandenen Betonung des Oberbasses schreibst, Hans.

Die Messung bei Innerfidelity zeigt eine minimale Betonung zwischen 100 und 300 Hz. Die macht vielleicht sogar das gewisse Etwas.

Ich hatte jedoch den Nighthawk Carbon gehört und der klingt definitiv noch stärker im Oberbass.
Es scheint so, als bringt das die Materialänderung bzw. auch der innere Aufbau des neuen Nighthawk mit sich.
Da kannst du mit deiner Erfahrung sicherlich eine Menge zu sagen.

Genau den selben Effekt kenne ich vom Meze 99 Classics und dem 99 Neo, habe beide zu Hause. Auch bei dem wurde das Holzgehäuse durch Kunststoff ersetzt und auch der hat für meinen Geschmack nun deutlich zu viel Oberbass, dafür weniger Tiefgang.

Da werde ich jetzt doch glatt auf den Nighthawk mit Liquid Wood neugierig. Hmmm....

Schlappen

Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von Schlappen » Do 27. Apr 2017, 17:15

Robodoc hat geschrieben: Irgendwann anhören geht übrigens bei mir in Dortmund ... weißt du doch.
Wir können Samstag einen auf Klitschko - Joshua machen.
Ich bin Joshua.. :box:

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von Robodoc » Do 27. Apr 2017, 19:35

Gerne :fol:

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von Robodoc » Do 27. Apr 2017, 20:03

MLSensai hat geschrieben:Das ist interessant, was du hinsichtlich einer nicht vorhandenen Betonung des Oberbasses schreibst, Hans.

Die Messung bei Innerfidelity zeigt eine minimale Betonung zwischen 100 und 300 Hz. Die macht vielleicht sogar das gewisse Etwas.

Ich hatte jedoch den Nighthawk Carbon gehört und der klingt definitiv noch stärker im Oberbass.
Es scheint so, als bringt das die Materialänderung bzw. auch der innere Aufbau des neuen Nighthawk mit sich.
Da kannst du mit deiner Erfahrung sicherlich eine Menge zu sagen.

Genau den selben Effekt kenne ich vom Meze 99 Classics und dem 99 Neo, habe beide zu Hause. Auch bei dem wurde das Holzgehäuse durch Kunststoff ersetzt und auch der hat für meinen Geschmack nun deutlich zu viel Oberbass, dafür weniger Tiefgang.

Da werde ich jetzt doch glatt auf den Nighthawk mit Liquid Wood neugierig. Hmmm....
Okay ich hab mir die Messung bei Tyll ja jetzt auch angeschaut und die sieht für mich auch plausibel aus. Eine Erhöhung im Oberbass würde ich so bezeichnen, wenn ein Abfall im Tiefbass dort zu sehen und zu hören wäre. Hab ich so nicht, der Bassbereich ist insgesamt homogen. Das was viele in der Abstimmung machen, nämlich durch eine Oberbassanhebung eine (modische) Bassstärke zu suggerieren, das tut der Nighthawk meines Erachtens nicht. Klar ist der dunkel, das wurde ja oft gesagt. Also dominiert der Bassbereich den Frequenzgang, was ja auch kein Wunder ist.

Zur Materialänderung: Ja klar macht das Material einen Unterschied. Z.B. beim Fostex TH-x00 werden für die drei Cups aus verschiedenen Hölzern recht unterschiedliche Klangsignaturen gemessen. Wir haben das bei den OMGs auch, schon zwischen den verschiedenen Kunststoffdeckeln aus unterschiedlichen 3D Druckern. Holzcups würden dann sicher noch mal eine Veränderung bringen.
Nur ist es quasi unmöglich, diese Änderung zu prognostizieren. Ich habe keine Formel dafür, leider. Oft hilft nur bauen, testen, messen. Von daher kann ich nicht beurteilen, in welche Richtung das Carbon den Klang verändert.

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von MLSensai » Do 27. Apr 2017, 20:22

Der Carbon hört sich für mich genauso an, wie du es schön beschrieben hast. Modisch.
Obwohl er das nicht nötig hätte!
Ärgerlich, dass ich den Liquid Wood nicht im Vergleich hören konnte.
Kaufen darf ich mir den nicht, wenn auch so günstig. Habe mir ja gestern erst den BeoPlay H7 bestellt.

Leider ist mir Dortmund zum Probehören etwas zu weit weg. ;)

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von thewas » Do 27. Apr 2017, 20:58

Der Entwickler der Nighthawk (Skylar Gray, sehr kompetent) sagt dass zwischen den beiden die einzigen akustischen Unterschiede die unterschiedlichen Pads sind (so wie auch bei der Meze 99 "Facelift" Problematik) und die Kabel (ist ja Kabelhersteller und das eine Kabel hat auch eine sehr hohe Impedanz damit es anders "klingt", siehe auch https://diyaudioheaven.wordpress.com/he ... dio-quest/ ) und man beide als Ersatzteile kaufen kann damit man akustisch gesehen den Nighthawk zum Carbon umrüsten kann.

Wenn die Cups geometrisch identisch sind halte ich im Blindtest eindeutig nachweisliche Unterschiede sehr unwahrscheinlich, außer die Cups "klingeln" wie Hölle was aber eine Fehlkonstruktion wäre. Meines Wissens haben die Massdrop Fostex Cups andere Geometrien die zum größten Teil verantwortlich für die unterschiedliche tonale Signaturen sind.
:bier:

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von MLSensai » Fr 28. Apr 2017, 07:08

Schöner Link zu diyaudioheaven. Genau die erste dort dargestellte Messung bestätigt meinen Eindruch. Dieser gut 5dB Buckel im Oberbass ist nichts für mich. Da dort der Liquid Wood offensichtlich vermessen wurde, wäre es interessant, ob sich das durch das Break-In so einstellt. Die Innerfidelity Messung sieht gefälliger aus... vielleicht ohne Einspielzeit durchgeführt?

Unterm Strich vielleicht doch gut, dass ich nicht schwach geworden bin. :top:

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von thewas » Fr 28. Apr 2017, 08:19

Ich glaube kaum dass der große Buckel am fehlenden Einspielen liegt (wenn überhaupt, dann ist der Einfluss des Einspielens von Chassis meistens eher höchstens um 1 dB), sondern an den unterschiedlichen Messmethoden, er misst ja wie die meistens von uns mit einer simplen Fläche, während Innerfidelity mit einem Kunstohr/Kopf und Kompensationskurve, mit den beiden Methoden entstehen unterschiedliche Neigungen im Frequenzgang, die auch nicht mal konstant sind, er redet über einen Knick um 1kHz der aber auch vereinfacht ist, siehe https://diyaudioheaven.wordpress.com/tu ... rty-plots/
Gerade im Bassbereich können solche Buckel durch unterschiedliche Messvolumen entstehen, was man ja auch sieht bei den größeren Pads vom Meze 99 "Facelift".
Auch seine restlichen Grundlagenartikel sehr lesenswert
https://diyaudioheaven.wordpress.com/tu ... et-graphs/
:bier:

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von hadisch » Fr 28. Apr 2017, 08:35

Eine interessante Seite.
Da muss ich mir mal viel Zeit für nehmen. :top:

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von Robodoc » Fr 28. Apr 2017, 16:35

... wie vermummt, in Folie eingewickelt, in Brotteig gerollt und gebacken ...
Kann ich heute nur bestätigen. Ein Dauerspielen über 2 Tage hat nicht wirklich irgendwas geändert. Das Ding war schwer dunkel ist schwer dunkel und wird schwer dunkel bleiben. Und ich bezweifle so langsam, dass ich mich daran gewöhnen möchte.
Nicht falsch verstehen, es ist beileibe kein schlechter Hörer und es kann gut sein, dass mir der im Laufe der Zeit besser gefällt. Denn er hat was eigenes, was individuelles, und ich mag eigenartige Dinge.
Heute würde ich sagen, ja ... nice to have ... aber brauchen? Nö.

Aber es fehlen noch über 100 Stunden Einspielzeit, die der Beipackzettel fordert :mrgreen:
Das wird aber was dauern, weil weiterer Dauerbetrieb im Keller ... da hab ich im Moment keine Lust zu. Also warten wirs ab ;)

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von thewas » Fr 28. Apr 2017, 16:46

Da er aber schön klirrarm ist kann man per EQ sicher viel rausholen, :kh: einfach mal herschicken :mrgreen: :)
:bier:

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von hadisch » Fr 28. Apr 2017, 20:15

. Das Ding war schwer dunkel ist schwer dunkel und wird schwer dunkel bleiben. Und ich bezweifle so langsam, dass ich mich daran gewöhnen möchte.
Nicht falsch verstehen, es ist beileibe kein schlechter Hörer und es kann gut sein, dass mir der im Laufe der Zeit besser gefällt. Denn er hat was eigenes, was individuelles, und ich mag eigenartige Dinge.
Heute würde ich sagen, ja ... nice to have ... aber brauchen? Nö.
Schade, hat sich alles so schön gelesen. :box:

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von Robodoc » Sa 29. Apr 2017, 11:30

hadisch hat geschrieben: Schade, hat sich alles so schön gelesen. :box:
Schade würde ich nicht sagen. Der Hawk ist ein sehr interessanter Hörer und wenn man den tatsächlich noch für deutlich unter 300 Euro bekommt ein Nobrainer. Allerdings ist er für mich kein Hörer, der irgendwelche anderen ersetzen kann, außer den HD-650 vielleicht. Vielmehr ist der eine schöne Ergänzung einer KH-Sammlung für tieffrequente Einsätze. Und wie oben schon mal gesagt wurde, für ein bisschen Lautsprecher Feeling. Ich kann nun nach drei Tagen wirklich niemandem abraten, sich den Hawk mal anzuhören. Ob der dann individuell gefällt, ist natürlich eine andere Frage. Aber so what ... für den aktuellen Einstandspreis wird man keinen Fehler machen, weil man den wohl leicht wieder los wird wenn es dann doch nicht passt. Die Ausstattung des Hörers mit Tasche, 2 Kabeln, eines davon wirklich klasse, und der Wertigkeit in der Haptik und Optik, der Tragecomfort spielt schon in einer anderen Liga als so ein pappplastikschaltelverpacktknarzender AKG 7er Hörer im jetzt vergleichbaren Preissegment.
thewas hat geschrieben:Da er aber schön klirrarm ist kann man per EQ sicher viel rausholen, :kh: einfach mal herschicken :mrgreen: :)
:bier:
Kann man, ich bin grad dabei so ein bisschen rumzuprobieren. Erst mal nur mit den Möglichkeiten der Ibassoo DAPs DX80 und DX90, aber schon damit zeigt sich, dass der Hawk ein guter Responder auch auf heftige Klangverbiegungen ist.

Herschicken? Warum nicht.
Wenn mein NTS und der Experimentierdrang nachlässt, gerne. Vielleicht machen wir daraus eine weitere Rundreise wenn die AKG Mod Reise von Sissi und ihrer Begleiterin zu Ende ist. Es gibt ja noch weitere Kandidaten, die unbedingt mal reisen müssen. Texmex H95 oder wie der heißt oder der Brainwavz HM5 wären auch so Kandidaten. Ein Hörer reist ja nicht so gerne alleine.

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von hadisch » Sa 29. Apr 2017, 16:33

. Texmex H95
Nehme an,du meinst den Lasmex :lol:
Zu deinem Nighhawk, hast du ihn dir schon mal genauer angesehen?
Polster wechseln zu einem anderen Fabrikat wird bestimmt nicht gehen.
Aber, gehen sie leicht runter ?
Dann könnte man ihn vielleicht modifizieren. :jump:

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von Robodoc » Sa 29. Apr 2017, 17:36

13d438a2-51dd-47fc-90d4-42ae7715a97a.jpeg
13d438a2-51dd-47fc-90d4-42ae7715a97a.jpeg (95.47 KiB) 3374 mal betrachtet
Ich denke das wird gehen, allerdings wird es vielleicht etwas komisch aussehen, weil die Schalen nicht rund sind. Die Polster kann man leicht abziehen ... die Lasche am Polster ist gelocht, drunter ein Polsterring (in der Freifrom der Schalen) mit 4 Nasen, die wie Druckknöpfe in die Treiberplatte einrasten. Gut gelöst.

Soweit ich weiß, gibt es für den Nightowl auch Velours Polster. Hab aber noch keine im Aftermarket gesehen. Passen würden die wahrscheinlich, allerdings müsste man ausprobieren, was sich dann in der Abstimmung tut.

Etwas platz für Basotect, Filz etc zwischen der Abdeckung des Treibers und dem Polster bleibt ... allerdings bezweifle ich im Moment eher den Nutzen einer dort platzierten Dämpfungsscheibe. Ein wunderschöner Biozellulose Treiber unter dem Gitterchen ... sieht irgendwie nach Fostex aus. Würde mich nicht wundern wenn Foster den exklusiv für Audioquest herstellt.
Das würde zumindest den "federnden Bass" erklären, ein recht typisches Merkmal der Foster Biozellulose Treiber.

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von hadisch » Sa 29. Apr 2017, 18:59

. Soweit ich weiß, gibt es für den Nightowl auch Velours Polster
Das wäre vielleicht ein Ansatz um den Bass etwas zu reduzieren.
. sieht irgendwie nach Fostex aus
Die Fostex- e lassen sich doch gut modden wie man sieht.
Wie man denn Bass reduziert, weiß Mark oder Dennis.
Ein Versuch wäre es wert.
Optisch ist es schon mal ein hingucker :top:

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von Robodoc » Sa 6. Mai 2017, 15:27

Polsterwechsel am Nighthawk habe ich vorhin mal ausprobiert ...

Sodele, Brainwavz Hybrid sind jetzt druff, ist ein bisschen Fummelei und man muss Löcher in die Laschen machen, also Brainies kaputt, siehe Foto oben, sonst gehen die Nasen nicht durch ... logischerweise. Klanglich schon eine deutliche Veränderung, der Oberbass wird weniger, der Tiefbass bleibt. Bin aber noch nicht so sicher, ob mich das vom Hocker reißt. Das Alleinstellungsmerkmal des Hawk ist ja eben das Dunkle und der Pads Mod nimmt was von dem Dunklen. Der Hawk wird "gewöhnlicher".

Was haben wir jetzt? Nun, die Mitten werden dadurch hervorgehoben. Aber auch der Peak. Eigentlich eine schöne Signatur mit immer noch kräftigem Bass.

Tja ... es war eben das Dunkle, was mich anfangs etwas genervt hat.
Könnte also funktionieren. Ich muss noch mehr hören :kh:

jedenfalls ist das jetzt ein interessantes Spielchen geworden. Ich muss die Unterschiede mal messen, wenn ich wieder in Krefeld bin. Jetzt werde ich den mal eine Zeitlang mit diesen Brainies betreiben.

Edit:
Noch ein bisschen gehört und schon muss ich noch ein bisschen was erzählen... Im direkten Vergleich nach dem Wechsel war der etwas geringere Bassdruck aufgefallen. Das Gehör adaptiert sehr schnell darauf. Alle anderen Eigenschaften des Hawk sind im Prinzip erhalten, das ist im wesentlichen die enorme Klarheit und Genauigkeit im Klangbild und vor allem die Bühne. Das Ding macht wirklich eine gute Abbildung und das klappt auch mit den Brainies Hybrid. Also zurück zur Adaption ... nach einigen Liedern kommt mir das subjektiv fast so vor, als wäre der Bass jetzt wieder so prägnant wie mit den Originalpolstern. Nur beim ganz leise Hören (da ist der Hawk im Originalzustand sehr sehr stark) nimmt diese Kombi den Wahnsinns PRaT des Hawk vielleicht etwas zurück. Aber ich höre selten ganz leise :kh:

Dazu kommt - zumindest für mein subjektives Empfinden - eine noch bessere Bequemlichkeit des Dings auf dem Kopf. Der Hawk ist schon im Originalzustand ein super bequemer Hörer. Die innen etwas größeren Brainwavz und die breitere Berührfläche mit dem Velour macht daraus noch mehr Kopfsofafeeling. Super.

Und trotzdem passt das ganze, obwohl die Brainies ja eher symmetrisch oval sind von Haus aus und der Hawk eine recht merkwürdige Formung des Polsterrings hat. Die weichen Brainies passen sich an. Besonders interessant ist, dass das Ganze auch noch gut aussieht :jump:
Nicht wie ein Mod. Eher so als müsste das so sein. Wenn gewünscht mache ich gern mal ein Foto.

Also bisher ein sehr schönes Experiment.

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von MLSensai » Sa 6. Mai 2017, 16:47

Na klar, auf jeden Fall bitte Fotos. :top:

Auch auf die Messungen später bin ich gespannt.

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von hadisch » Sa 6. Mai 2017, 16:50

Hört sich doch sehr gut an.
An einem Foto wäre ich interessiert. :kh:
Der Hawk oder der HD 800 könnte eines meiner nächsten Projekte werden. :)

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von Robodoc » So 7. Mai 2017, 10:49

here we go
IMG_2979.jpg
IMG_2979.jpg (153.16 KiB) 3254 mal betrachtet
IMG_2981.jpg
IMG_2981.jpg (155 KiB) 3254 mal betrachtet

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von hadisch » So 7. Mai 2017, 11:10

Danke dir, sieht sehr gut aus. :resp:
Gefällt mir sehr gut.
Nun noch die Messung nächste Woche. ;)

Schlappen

Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von Schlappen » So 7. Mai 2017, 14:47

Sieht stark aus.
Die Brainies wirken bei dem wie Original-Polster.
Glaubst Du, mit Brainies-Velours (anstatt Hybrid) würde der Nighthawk zu hell klingen oder zu wenig Basspunch.?
Bietet der Nachtfalke mehr Klarheit in den Mitten als ein (Original) HD650...?

Mensch Ralle, frag nicht so doof, probiers einfach selbst aus. :lol:

P.S. Ich hab mir jetzt mal einen Nighthawk bestellt....ihr seids doof. :fpalm:

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Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von Robodoc » So 7. Mai 2017, 15:25

Ich bin noch am vergleichen.
Was ich aber interessant fand ist, dass die Brainies wirklich wie angegossen auf den Hawk passen.
Und ja, sie verändern den Klang. Ich habe mal zwischenzeitlich Brainwavz Velours raufgemacht, ein bisschen tricky, weil ich die nicht auch noch lochen wollte. Wird wieder etwas anders. Mir persönlich zu weichgespült im Bass, aber kann sein, dass das anderen gefällt.
Im Moment sind wieder die hybriden drauf, wie auf dem Foto. Lederne probiere ich die Tage auch mal.

Schlappen

Re: Audioquest Nighthawk

Beitrag von Schlappen » Do 11. Mai 2017, 09:10

So, ich hab jetzt seit gestern auch den Nighthawk hier. :jump:

Hab ihn für 330,- bei Amazon als Kundenrückläufer bekommen.

Also das Ding gefällt mir irgendwie.
Bis auf die Farbe dieser komischen Liquid Wood Cups.

Böse Zungen könnten sogar behaupten....
https://www.youtube.com/watch?v=GIyd9WEbzGU
Aber soweit möchte ich nicht gehen. Falls ich das Teil behalten sollte, werde ich die Cups sowieso umlackieren, von daher ist es auch egal.

Tragekomfort ist sehr gut. Die Ohr Ausschnitten der Polster passen genau, so dass man nie das Gefühl hat, die Cups verschieben zu müssen. Allerdings dürften sie auch nicht kleiner sein.
Das Gummi des Kopfbandes lässt den Hörer exakt in richtiger Höhe baumeln. Weiß allerding nicht, was passiert, wenn das Gummi mal ausleiert. Dann rutscht er wahrscheinlich zu tief.
Das gleiche Problem haben ja auch andere Hörer mit dieser Kopfband Aufhängung oder auch die Audiotechnicas mit ihren Wings.

Zunächst einmal.. der Bass ist der Hammer !!! :yeah:
Wie Hans schon schrieb. Er FEDERT... und zwar genau so wie bei den altehrwürdigen Denon D2000 - D7000.
Ich denke schon, das liegt einfach an diesen tollen Biozellulose-Treibern.
Der Denon AH-D600 konnte das auch. War aber tonal eher ne Gurke.

Rockmusik hören ist mit dem Nighthawk die helle Freude, zumal der Bass dabei überhaupt nicht wummert, oder verzerrt. Er federt einfach nur sehr präsent vor sich hin. Geiles Subwoofer-Feeling.
Gar nicht zu vergleichen z.B. mit einem Meze99, wo der Bass schon fast weh tat. Das gleiche bei einem Shure SRH-1540, das ging wirklich gar nicht.

Dabei schafft es der Nighthawk, trotz leicht verfärbter Mitten, immer klar und durchhörbar zu spielen. Da ist keine Spur von "Schleier/Vorhang" oder ähnliches.
Auch der Tiefbass ist klasse.
Andererseits spielt der Nighthawk aber nciht ganz so offen/luftig, wie der Sennheiser. Was der Konstruktion geschuldet ist.
Wenn man ihn mit den Lederpolstern aufhat, wirkt er auch ganz leicht isolierend. in etwa vergleichbar mit den alten Denon.

Gesangsstimmen sind im Vergleich zum HD650 etwas distanzierter. Der Senni spielt etwas direkter ins Ohr, neigt aber zuweilen auch in den oberen Mitten/unteren Höhen manchmal zum "Plärren".
Das ist die größte Stärke (neben dem Bass) des Nighthawks. Er nervt absolut NIEMALS !!
Zischelnde Sibilanten kennt der gar nicht.

to be continued.... :kh:
Zuletzt geändert von Schlappen am Do 11. Mai 2017, 09:58, insgesamt 1-mal geändert.

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